Die Zentrale Arbeitsverwaltung (ZentrAV)

Da es in der DDR offiziell keine Arbeitslosigkeit gab, existiert 1990 auch keine mit der Bundesanstalt für Arbeit (BA) vergleichbare Institution zur Arbeitsvermittlung. Für die Zuweisung von Arbeitskräften sind in der DDR die den Räten des Kreises zugeordneten Ämter für Arbeit zuständig, welche wiederum dem Ministerium für Arbeit und Löhne unterstellt waren. Zur Anpassung der Arbeitsmarktverwaltung initiiert die Übergangsregierung unter Hans Modrow die Bildung einer Zentralen Arbeitsverwaltung der DDR (ZentrAV), die nach den Volkskammerwahlen am 18. März 1990 in den Verantwortungsbereich des MfAS übergeht. Zum Leiter der ZentrAV wird der Staatssekretär im MfAS Horst Kinitz ernannt. Am 16. Mai 1990 beschließt der Ministerrat dann eine Strukturreform der Zentralen Arbeitsverwaltung. Damit wird eine Anpassung an die Struktur der Landesarbeitsämter der Bundesrepublik angestrebt. Die neu strukturierten Landesarbeitsämter umfassen folgende Abteilungen:

  • Arbeitsvermittlung und ärztlicher Dienst
  • Berufsberatung, Ausbildungsvermittlung und Psychologischer Dienst
  • Leistungsgewährung
  • Verwaltung und Statistik

Dem unmittelbaren Verantwortungsbereich der ZentrAV werden 38 Arbeitsämter mit 161 Nebenstellen und etwas mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugeordnet. Zur Finanzierung der Arbeitsverwaltung wird im AFG ein Beitragssatz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verankert, der ab dem 1. Juli 1990 erhoben wird.

Der arbeitslose Koch Christian S. am 20. August 1990 vor dem Gebäude der Zentralen Arbeitsverwaltung in der Gotlindestraße in Berlin-Lichtenberg. Noch wenige Monate zuvor befand sich in den Gebäuden die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit.

Bundesarchiv, Bild 183-1990-0820-003, Fotograf: Thomas Lehmann

Christian S. am 20. August 1990 bei der Arbeitsvermittlung im Arbeitsamt 1 in der Gotlindestraße in Berlin-Lichtenberg.

Bundesarchiv, Bild 183-1990-0820-002, Fotograf: Thomas Lehmann

Bundeskanzler Helmut Kohl, Regine Hildebrandt, Ministerin für Arbeit und Soziales und Norbert Blüm, Bundesminister für Arbeit und Sozialwesen, treffen sich am 18. Mai 1990 im Palais Schaumburg in Bonn anlässlich der Vertragsunterzeichnung zur Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.

Bundesregierung / Lemmerz

Der arbeitslose Koch Christian S. am 20. August 1990 vor dem Gebäude der Zentralen Arbeitsverwaltung in der Gotlindestraße in Berlin-Lichtenberg. Noch wenige Monate zuvor befand sich in den Gebäuden die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit.

Bundesarchiv, Bild 183-1990-0820-003, Fotograf: Thomas Lehmann

Christian S. am 20. August 1990 bei der Arbeitsvermittlung im Arbeitsamt 1 in der Gotlindestraße in Berlin-Lichtenberg.

Bundesarchiv, Bild 183-1990-0820-002, Fotograf: Thomas Lehmann

Bundeskanzler Helmut Kohl, Regine Hildebrandt, Ministerin für Arbeit und Soziales und Norbert Blüm, Bundesminister für Arbeit und Sozialwesen, treffen sich am 18. Mai 1990 im Palais Schaumburg in Bonn anlässlich der Vertragsunterzeichnung zur Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.

Bundesregierung / Lemmerz
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Die ZentrAV erarbeitet wöchentliche und monatliche Arbeitsmarktberichte, in denen die Zahl der Arbeitslosen und die Entwicklung der freien Arbeitsplätze nach Region und Wirtschaftszweigen differenziert erfasst werden. Der Arbeitsmarktbericht für Juli 1990 weist alleine in der ersten Woche eine Erhöhung der Arbeitslosenzahl um 43.000 Personen aus.

Bericht der Aktuellen Kamera vom 11. Juli 1990 zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der DDR.

Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv

Ministerin Regine Hildebrandt spricht in einer aktuellen Stunde in der Volkskammer zum Thema Arbeitslosigkeit in der DDR.

Deutscher Bundestag

Die Auswirkungen des wirtschaftlichen Umbruchs und der massenhaften Schließung von Betrieben können auch die Regelungen des AFG und die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen des MfAS nur bedingt abfangen. Insgesamt verlieren zwischen 1989 und 1991 mehr als 2,5 Millionen Menschen ihre Arbeitsstellen.

Arbeitslosenstatistik

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Hinweis

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